Schmerz bei Osteoarthritis

Leidet ihr Hund im Alltag an Schmerzen? 

Nicht jede Symptomatik lässt sich dem fortschreitenden Alter eines Tieres zuschreiben. Daher ist es unwahrscheinlich, dass ihr Hund einfach nur alt geworden ist. Meistens steckt mehr dahinter. Machen Sie den Check, ob es Osteoarthritis sein könnte:

Was ist Osteoarthritis? Woran erkenne ich Osteoarthritis? Canine Arthritis Managment Guide - Erstellen eines Tierhaltervideos Diagnose Osteoarthritis Behandlungsplan & Tipps

Was ist Osteoarthritis?

Osteoarthritis ist eine häufig auftretende Erkrankung. Bis zu 40 % der Hunde sind davon betroffen, und sie kann bereits bei jungen Hunden auftreten.1

Sie führt bei Ihrem Hund zu Schmerzen und Entzündungen in den Gelenken.

Es handelt sich um eine chronische Erkrankung, die im Laufe der Zeit zu einer Verschlechterung der Gelenkstruktur und -funktion führt.

Osteoarthritis ist nicht heilbar, aber es gibt eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten, mit denen die Schmerzen und Entzündungen minimiert und das Fortschreiten der Krankheit über die gesamte Lebenszeit Ihres Hundes verlangsamt werden kann.

Woran erkenne ich Osteoarthritis bei meinem Hund?

Hat ihr Hund einfach nur schlechte Laune oder Schmerzen? Die folgenden Fragen helfen Ihnen, das Verhalten Ihres Hundes besser einzuordnen. Eine Informationsbroschüre mit den folgenden Informationen finden Sie hier auch zum direkten Download.

Ihr Hund…

  • ZEIGT UNGEWÖHNLICHE KÖRPERHALTUNGEN/BEWEGUNGEN, läuft nicht gerade oder mit aufgekrümmtem Rücken, schlenkert mit den Beinen, lahmt oder verlagert im Stehen oder Sitzen das Gewicht
  • KANN SICH NICHT ORDENTLICH SCHÜTTELN
  • VERHÄLT SICH ZWANGHAFT, leckt/knabbert an Gliedmaßen, bewegt sich im Kreis, jagt Lichtreflexe, schnappt nach Fliegen oder Luft
  • HASST LÄRM, leise und laute Geräusche wie Müllabfuhr, Waschmaschine, Staubsauger etc.
  • ZÖGERT OFT bei einfachen Kommandos wie „Sitz”, beim Training, allgemein bei Bewegung
  • IST REAKTIV drinnen oder draußen, gegenüber Menschen und anderen Hunden 
  • IST TOLLPATSCHIG, stolpert oder stößt sich oft 
  • HAT PROBLEME BEIM TREPPENSTEIGEN, steigt nur widerwillig ins/aus dem Auto, schafft es nicht auf das Sofa
  • ZERSTÖRT GERNE DINGE, zerkaut, kratzt, gräbt, schafft Unordnung 
  • BEWACHT, WAS SEINS IST: Futter, Wasser, Spielzeuge und andere Schätze
  • HAT STRUPPIGES FELL, Probleme beim Fellwechsel, Liegeschwielen, kahle Stellen
  • HAT UNGLEICHMÄSSIG ABGENUTZTE KRALLEN
  • HAT SELTSAME FRESSGEWOHNHEITEN, legt sich zum Fressen hin, ist mäkelig etc.
  • MEIDET BERÜHRUNGEN ganz oder an bestimmten Körperstellen
  • BRAUCHT OFT PAUSEN, stoppt, legt sich bei Spaziergängen hin, verweigert das Weitergehen
  • IST RASTLOS, ständig auf Achse, kommt nur schwer zur Ruhe, braucht mehr Bewegung
  • HAT TRENNUNGSANGST, ist sehr anhänglich, folgt auf Schritt und Tritt
  • WIRD REISEKRANK, hechelt, sabbert, erbricht sich, kann sich nicht beruhigen
  • SUCHT SICHEREN HALT, bevorzugt draußen Gehen auf festen Wegen oder drinnen auf Teppichboden

Haben Sie einen oder mehrere Punkte wiedererkannt? Dann sprechen Sie mit Ihrer Tierärztin/Ihrem Tierarzt. Es könnte sein, dass Ihr Hund unter Osteoarthritis bedingten Schmerzen leidet.

Zur Vorbereitung auf den Tierarztbesuch finden Sie die Checkliste hier auch zum Download und Ausdrucken.

Weitere Informationen finden Sie unter www.caninearthritis.co.uk.

Canine Arthritis Managment Guide

Anleitung zur Erstellung von Tierhaltervideos für die tierärztliche Praxis

Videoaufnahmen, die zu Hause gemacht werden, können für Ihre Tierärztin/Ihren Tierarzt sehr hilfreich sein: Die Bewegung und Haltung Ihres Hundes lassen sich am besten beurteilen, wenn dieser entspannt ist. Das ist er in der Regel in seiner vertrauten Umgebung. In der Tierarztpraxis sind Hunde oft gestresst. Dann ändern oder verbergen sie ihr Verhalten. Deshalb kann ein Video aus dem häuslichen Umfeld eine nützliche Hilfe bei der Diagnosestellung sein. 

Wichtig: Damit das Video richtig interpretiert werden kann, sollte es von guter Qualität sein.

Die nachfolgende Anleitung finden Sie hier auch zum Download.

Nachfolgend finden Sie wertvolle Tipps zur Aufnahme eines Gangbild-Videos:

  1. Nehmen Sie die Videos mit Ihrem Handy im Querformat auf.
  2. Filmen Sie lieber kurze, relevante Sequenzen (ca. 30 Sekunden) anstelle eines dreiminütigen Films.
  3. Die Kamera muss bei der Aufnahme ruhig gehalten werden – wir empfehlen, sie auf einem festen Untergrund zu stabilisieren.
  4. Zu zweit funktioniert es am besten: Eine Person filmt, die andere führt den angeleinten Hund an der Kamera vorbei.
  5. Achten Sie auf gute Beleuchtung. Die Umgebung sollte ruhig und ablenkungsarm sein.
  6. Wählen Sie ein ebenes, übersichtliches Gelände, auf dem Ihr Hund gehen oder traben kann. Wenn Ihr Hund auf spezifischem Untergrund Schwierigkeiten hat oder die Lahmheit stärker zeigt, wiederholen Sie bitte die Videoaufnahme auf diesem Boden.
  7. Versuchen Sie, die Leine locker zu lassen, damit Sie die Bewegung des Hundes nicht beeinflussen.
  8. Es ist besser, den Hund von der Seite oder direkt von oben zu filmen.

Um so viele Informationen wie möglich zu sammeln, versuchen Sie folgende Aufnahmen von ihrem Hund zu machen:

Diagnose Osteoarthritis

Osteoarthritis beeinfluss sowohl das Leben des Hundes, als auch Ihres Besitzers. Mit einer gezielten lebenslangen Behandlung und Pflege können Sie weiterhin die Abenteuer des Lebens mit Ihrem Vierbeiner genießen.

Der multimodale Therapieansatz zur Behandlung der Osteoarthritis Ihres Hundes berücksichtigt verschiedene Krankheitsursachen sowie die Lebensumstände von Tier und Halter. Lassen Sie sich von ihrer Tierärztin/ihrem Tierarzt beraten, um die Lebensqualität Ihres Vierbeiners bestmöglich zu erhalten.

Behandlungsplan & Tipps für Ihren Hund bei Osteoarthritis

Linderung von Schmerzen und Entzündungen

  • Nichtsteroidale entzündungshemmende Medikamente (NSAIDs) wirken sowohl gegen die Schmerzen als auch gegen durch Osteoarthritis verursachte Entzündungen.

Gewichtskontrolle und Ernährung

  • Die Einhaltung des Idealgewichts reduziert die Belastung der Gelenke Ihres Hundes.
  • Futtermittel oder Ergänzungsfuttermittel zur Gelenkunterstützung (z.B. Cosequin®, Dasuquin®).

Bewegung

  • Passen Sie die Bewegung Ihres Hundes seinen Bedürfnissen bzgl. Häufigkeit und Intensität an.
  • Vermeiden Sie anstrengende Spiele wie Ballwerfen.

Häusliche Umgebung

  • Anpassungen in Ihrer Wohnung können dazu beitragen, das Leben Ihres Hundes angenehmer zu gestalten (z. B. Rampen statt Stufen, rutschfeste Beläge auf harten Böden und geeignete orthopädische Hundebetten).

Eine Checkliste für Ihr Zuhause finden Sie hier direkt zum Download.

Unterstützende Therapien

Wie z.B.

  • Physiotherapie 
  • Hydrotherapie
  • Akupunktur
  • Sonstige