Regelmäßige tierärztliche Untersuchungen sind für die Gesunderhaltung von Pferden unverzichtbar. Doch viele Tiere reagieren auf Spritzen, Zahnbehandlungen oder das Abtasten mit Stress und Abwehrverhalten. Spezielles Tierarzttraining hilft, diese Situationen für Pferd, Besitzer:in und Tierärzt:in sicherer und stressfreier zu gestalten.
Das Training basiert auf schrittweiser Gewöhnung (Desensibilisierung) und positiver Verstärkung. Pferde lernen, Berührungen an sensiblen Körperstellen, das Zeigen der Zähne oder die Injektion in kleinen Schritten zu akzeptieren. Ziel ist es, das Tier in die Lage zu versetzen, tierärztliche Maßnahmen ohne Angst und Widerstand zu tolerieren.
Fehlende Vorbereitung führt häufig zu Zwangsmaßnahmen, die Stresshormone erhöhen und das Risiko von Verletzungen steigern. Langfristig kann dies zu Vermeidungsverhalten oder Aggression führen. Durch gezieltes Training hingegen wird die Kooperationsbereitschaft gefördert, was nicht nur die Untersuchung erleichtert, sondern auch die therapeutische Versorgung verbessert.
Besonders sinnvoll ist der Trainingsbeginn im Jungpferdealter. Tiere, die früh an tierärztliche Abläufe gewöhnt werden, zeigen deutlich weniger Abwehrreaktionen. Bei erwachsenen Pferden mit bestehenden Ängsten ist ein behutsames Vorgehen erforderlich, oft in Zusammenarbeit mit spezialisierten Verhaltenstherapeut:innen.
Tierarzttraining ist damit ein zentraler Baustein der präventiven Pferdemedizin. Es stärkt das Vertrauensverhältnis, reduziert Risiken für alle Beteiligten und ermöglicht eine stressärmere, medizinisch hochwertige Versorgung.